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Harnwegsinfekte

Probleme und Schmerzen beim Wasserlassen? Vielleicht steckt ein Harnwegsinfekt oder eine Blasenentzündung dahinter. Welche Symptome deuten auf Harnsteine hin? Wie werden sie diagnostiziert und wie lassen sie sich behandeln? Erfahren Sie hier mehr.

Harnsteine: Ursachen, Symptome und Therapie

Kristalle im Körper: Alles rund um Harnsteine

Harnsteine sind ein häufiges Leiden: Etwa jeder 20. Deutsche ist mindestens einmal im Leben davon betroffen. Sie bleiben oft lange Zeit unbemerkt und können sich plötzlich durch schmerzhafte Koliken und Entzündungen bemerkbar machen. Wie Harnsteine entstehen, wie sie diagnostiziert werden und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was sind Harnsteine?

Bei Harnsteinen handelt es sich um kristalline Ablagerungen, die in der Blase, den Harnleitern oder in der Niere auftreten können. Die Steine, auch Urolithe genannt, bilden sich aus Substanzen, die im Urin enthalten sind. Dazu gehören vor allem Kalzium, Oxalat, Zystin, Harnsäure und Phosphat. Werden diese Stoffe nicht wie gewöhnlich ausgeschwemmt, können sie sich zu Kristallen anlagern. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn der Urin eine besonders hohe Konzentration der Substanzen aufweist. Die Ablagerungen können sehr klein sein – man spricht dann mitunter von „Nierengrieß“. Es kommt jedoch ebenfalls vor, dass sie auf eine Größe von mehreren Zentimetern anwachsen.

Welche Arten von Harnsteinen gibt es?

Je nachdem an welcher Stelle des Harntraktes die Steine zu finden sind, wird zwischen Nierensteinen, Harnleitersteinen und Blasensteinen unterschieden. Neben ihrer Lokalisation lassen sich die Ablagerungen auch nach der Zusammensetzung differenzieren: Rund 80-85% aller Harnsteine bestehen überwiegend aus Kalziumoxalaten. Daneben treten in jeweils etwa 10 Prozent der Fälle Steine auf, die aus Harnsäure oder Kalziumphosphaten bestehen. Seltener kommen Exemplare vor, die sich aus Magnesium-Ammonium-Phosphat oder aus Zystin zusammensetzen. Bei vielen Harnsteinen handelt es sich indes um Mischformen, die verschiedene Bestandteile aufweisen.

Harnsteine: Wie entstehen sie?

Die Ursachen für Harnsteine lassen sich nicht immer klar ausmachen. So scheint es Menschen zu geben, die eine Veranlagung für die Bildung der Kristalle haben, vor allem wenn in der Familie bereits Harnstein-Erkrankungen aufgetreten sind. Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Risikofaktoren, die die Entstehung von Harnsteinen begünstigen. Dazu zählen:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Zu geringe Trinkmenge
  • Erkrankungen wie Gicht, Bluthochdruck und Diabetes mellitus
  • Angeborene Stoffwechselerkrankungen, insbesondere Zystinurie
  • Verengungen der ableitenden Harnwege
  • Ernährung reich an Eiweiß und Oxalsäure
  • Harnwegsinfekte

Außerdem erkranken Männer ungefähr doppelt so oft an Harnsteinen wie Frauen. Das typische Erkrankungsalter liegt zwischen 25 und 50 Jahren. Kinder sind nur selten betroffen.

Welche Beschwerden verursachen Harnsteine?

Harnsteine können oft über längere Zeit unbemerkt bleiben. Manchmal werden sie durch Zufall bei einer ärztlichen Untersuchung entdeckt. Treten Symptome auf, so können diese in ihrer Schwere stark variieren: Bei einem milden Beschwerdebild tritt ein leichtes Ziehen in der Leistenregion oder im Nierenbereich auf. Kleinere Harnsteine können sich zudem durch ein leichtes Stechen beim Wasserlassen bemerkbar machen.

Wandern größere Steine in die Harnleiter, löst dies oft plötzliche, sehr heftige Schmerzen aus. Man spricht dann von einer Kolik. Diese kann von Übelkeit und Erbrechen, Blutbeimengungen im Urin, Fieber und Schüttelfrost sowie Problemen beim Wasserlassen begleitet werden. Treten bei Ihnen akute, starke Schmerzen im Unterleib, Bauch oder Rücken auf, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt konsultieren.

Wie werden Harnsteine diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf Harnsteine, stehen dem Arzt mehrere Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um die Diagnose zu sichern:

  • Zunächst wird meist eine Urinprobe untersucht: Kleine Kristalle sowie eine vermehrte Anzahl roter Blutkörperchen können den Hinweis auf ein Harnsteinleiden liefern.
  • Eine begleitende Blutuntersuchung gibt Aufschluss über Entzündungswerte, Nierenfunktion sowie mögliche Begleiterkrankungen, die im Verdacht stehen, Harnsteine zu begünstigen.
  • Schließlich spielen bildgebende Verfahren eine große Rolle in der Diagnose von Harnsteinen: Durch eine unkomplizierte Ultraschalluntersuchung lassen sich bereits viele Steine aufspüren.
  • Manchmal reicht dies aber nicht aus, um eine sichere Diagnose zu stellen. Dann kann eine Röntgenuntersuchung sinnvoll sein, bei der der Patient vorab ein spezielles Kontrastmittel erhält. Bei dieser sogenannten Ausscheidungsurographie können der Weg des Urins durch die Harnwege sowie etwaige Blockaden sichtbar gemacht werden.
  • Gelegentlich wird auch eine CT-Untersuchung vorgenommen, bei der die Lage und Größe der Steine besonders genau begutachtet werden können.

Wie lassen sich Harnsteine behandeln?

Harnsteine, die nur wenige Millimeter groß sind, werden oft von selbst nach einiger Zeit mit dem Urin ausgeschieden. Eine ausreichend Trinkmenge ist dafür förderlich. Bei größeren oder besonders hartnäckigen Ablagerungen muss allerdings häufig nachgeholfen werden. Medikamente wie Blemaren® N können die Auflösung der Steine unterstützen. Sie verändern den pH-Wert des Urins so, dass bestimmte Harnsteinarten leichter zersetzt werden. Zudem kann der Neubildung von Harnsteinen, die in der Regel ein hohes Wiederholungsrisiko haben, entgegengewirkt werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus und handelt es sich um sehr große Steine, die möglicherweise bereits Koliken auslösen, müssen sie vom Arzt entfernt werden. Dies erfolgt beispielsweise durch eine Stoßwellentherapie, bei der die Kristalle mithilfe von Schallwellen zertrümmert werden, oder durch einen endoskopischen Eingriff.

Wie kann der Bildung von Harnsteinen vorgebeugt werden?

Wer einmal unter Harnsteinen gelitten hat, hat ein verhältnismäßig großes Risiko, erneut von den unangenehmen Ablagerungen betroffen zu sein. Liegt den Steinen keine auslösende Erkrankung zugrunde, können Veränderungen der Lebensgewohnheiten jedoch dazu beitragen, ein erneutes Auftreten zu verhindern:

  • Trinkmenge: Eine Flüssigkeitsaufnahme von 2 bis 2,5 Liter pro Tag verringert das Risiko für Harnsteine. Es sollte bevorzugt Wasser getrunken werden.
  • Ernährung: Nahrungsmittel, die reich Oxalsäure sind, begünstigen die Entstehung von Harnsteinen. Oxalsäure kommt vermehrt in bestimmten Gemüse- und Getreidearten vor, beispielsweise in Rhabarber, Spinat, Rote Beete und Amaranth. Diese Lebensmittel sollten bei der Neigung zu Harnsteinen nur sparsam gegessen werden. Auch eine eiweißreiche Ernährung sollte vermieden werden.
  • Bewegung: Durch regelmäßige Bewegung wird der Abtransport kleiner Kristalle erleichtert, sodass sich diese nicht so leicht zu größeren Ablagerungen entwickeln.

Wenn die Neigung zu Harnsteinen krankheitsbedingt ist oder in der Familie liegt, können neben den genannten Maßnahmen auch spezielle Präparate zur Vorbeugung zum Einsatz kommen. Diese enthalten beispielsweise Zitronensäure oder Natriumcitrat, die der Bildung von Kalziumkristallen im Harn effektiv entgegenwirken.

Probleme beim Wasser-Lassen: Welche Erkrankungen stecken dahinter?

Das ableitende System der Harn-Wege bildet eine biologische Funktionseinheit. Dazu zählen zunächst die Nieren, die als Ausscheidungsorgane den Körper von Stoffwechselendprodukten befreien – das heißt, den Harn produzieren – und gleichzeitig den lebenswichtigen Wasser- und Elektrolythaushalt kontrollieren. Der in den Nierenkörperchen (medizinisch: Nephrone) neugebildete Urin sammelt sich in den Nierenbecken und fließt über die Harn-Leiter in die Blase. Die Blase dient dabei als Speicher. Wenn ein gewisser Füllzustand erreicht ist, wird „Harn-Drang“ signalisiert, der zur Ausscheidung des Urins über die Harn-Röhre führt. Dieser Mechanismus der Harn-Entleerung (medizinisch: Miktion) wird willkürlich eingeleitet und verläuft bei gesunden Menschen automatisch. Der physiologische Harn ist praktisch keimfrei, leicht sauer bis neutral und transportiert die Ausscheidungsprodukte in gelöster Form. Ändern sich diese fein aufeinander abgestimmten Bedingungen, so sind oft urologische Beschwerden, die akut aber auch symptomlos (latent) auftreten können, die Folge. Die Ursache dafür können äußere Einflussfaktoren sein, wie beispielsweise in die Harn-Röhre eingedrungene Krankheitserreger, die akute Entzündungen auslösen können, oder innere Einflussfaktoren, wie zum Beispiel veränderte Stoffwechselaktivitäten oder Prostata-Wachstum.

Viele der beobachteten Beschwerden sind Störungen des natürlichen Harn-Flusses bzw. des Harn-Lassens, die sehr häufig als Harn-Wegs-Infekt oder Blasenentzündung (durch Infektionen oder nichtbakteriell bedingte), dysurische Beschwerden (unangenehmes bis schmerzhaftes Wasserlassen) oder Beschwerden bei gutartig vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostata) vom Arzt diagnostiziert werden. Ein ebenfalls sehr häufiges Krankheitsgeschehen sind Harn-Steinleiden (medizinisch: Urolithiasis). Viele Urologen stufen die Harn-Steinleiden deshalb als Volkskrankheit ein. Bei ihrer Entstehung spielt die Übersäuerung des Harns eine zentrale Rolle. Ursache hierfür ist eine Übersättigung der normalerweise im Harn gelösten Mineralstoffe (Elektrolyte). Oft erfolgt die Steinbildung langsam und unbemerkt, indem sich zunächst kleinste Kristalle („Nierengrieß“) bilden, die nach und nach zu größeren Steinen heranwachsen können.

Harn-Probleme mit Medikamenten behandeln

Mit dem Fachbegriff „Urologika“ wird eine Gruppe von ganz verschiedenartigen Arzneimitteln beschrieben, die jedoch eines gemeinsam haben. Sie dienen der Behandlung „urologischer“ Erkrankungen und Beschwerden, also im weitesten Sinne Störungen des ableitenden Harn-Wegs-Systems.

Wissenswertes rund um Beschwerden und Ursachen von Blasenentzündungen sowie zur Behandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln finden Betroffene und Interessierte hier.

Informationen zu Harn-Steinen, Vorsorge, Entstehung, Ursachen und Behandlung mit Medikamenten finden Sie hier.

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